5 Fragen an fairafric

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5 Fragen an fairafric

Bild: © fairafric

5 Fragen an fairafric

Veröffentlicht am 17.01.2022 von Nina Brauneis

Wer liebt sie nicht: Schokolade! fairafric leistet Pionierarbeit und produziert Schokolade in Ghana. Von der Kakaobohne bis zur fertigen Tafel: 100% made in Ghana. Gründer Hendrik erzählt euch im Interview, wie es zur Gründung von fairafric kam und lässt euch hinter die Kulissen blicken. Erfahrt außerdem, warum es so wichtig ist, Wertschöpfungsketten in den Herkunftsländern zu fördern.


Wie kam es zu der Idee von fairafric und welche Vision verfolgt ihr damit?

Auf meiner Reise durch Uganda 2013 bin ich einigen Farmer*innen begegnet, die die gesamte Produktion von Kaffee selbst durchführen. Da kam mir der Gedanke: Wie wäre es, wenn man das Prinzip auf Kakaobohnen und die Herstellung von Schokolade überträgt? 70% des weltweiten Kakaos stammen aus Westafrika, aber weniger als 1% der weltweiten Schokoladen werden dort produziert. Außerdem fließt bei einer Tafel Schokolade durchschnittlich ein Anteil von nur 6% des Kaufpreises nach Afrika. Daran muss sich unbedingt etwas ändern! Wir verlagern mit der Produktion unserer Bio-Schokolade einen Großteil der Wertschöpfung nach Afrika: 43% des Kaufpreises einer jeden Tafel fließt nach Ghana.

70% des weltweiten Kakaos stammen aus Westafrika, aber weniger als 1% der weltweiten Schokoladen werden dort produziert.

Hendrik, Gründer von fairafric

Hendrik, nochmal mit eigenen Worten: Was unterscheidet eure Schokolade von Konventioneller?

Zum einen ist uns das Wohl der 861 Kakaofarmer*innen sehr wichtig: Dank der höchsten Kakaoprämien erhalten sie zusätzlich die höchste Prämie in Westafrika von 600 USD pro Tonne Kakao. Damit finanzieren sie den erweiterten Bildungsweg ihrer Kinder, ihre Krankenversicherung, Hygieneartikel, Handys, Hausbau und Reisen. 2018 haben wir die fairafric Stiftung gegründet, die im Namen der Farmer*innen Anteile an fairafric hält. So werden die Dividenden an die Farmer*innen ausgeschüttet, aufgeschlüsselt nach der Menge an Bohnen ihrer Ernte, und sie können am Gewinn beteiligt werden. Was die Herstellung der Schokolade angeht, achten wir auf möglichst lokale Bio-zertifizierte Zutaten. Wir produzieren in unserer solarbetriebenen Schokoladenfabrik in Amanase, unweit der Kakaofarmen, in der Eastern Region Ghanas. So können wir qualifizierte Arbeitsplätze auf dem Land schaffen, was wiederum zu höherem Einkommen, Zugang zu Bildung und einer Gesundheitsvorsorge führt

2018 haben wir die fairafric Stiftung gegründet, die im Namen der Farmer*innen Anteile an fairafric hält.

Hendrik, Gründer von fairafric

Welche Erfolge könnt ihr bisher verzeichnen und was plant ihr mit fairafric für die Zukunft?

 

Im Grunde gesagt bedeutet für uns Erfolg das Wachstum der fairafric Community. Über 5000 Menschen unterstützten uns bei unseren Kickstarter-Kampagnen, wir freuen uns über jeden neuen Weltladen, Unverpacktladen, Café, Einzelhandel und Großhändler*in. Unsere Produkte sind im Moment in 17 Ländern erhältlich, das würden wir gerne ausweiten, auch noch weiterhin innerhalb Deutschlands. Der Bau unserer solarbetriebenen Fabrik war ein enormer Schritt, unsere Produktionskapazitäten erhöhen und direkte Arbeitsplätze in Ghana schaffen zu können. Für die Zukunft möchten wir eine Bohnenverarbeitung vor Ort bauen, weitere Arbeitsplätze schaffen und unser Produktportfolio erweitern.

Jetzt lassen wir das Unternehmerische mal kurz beiseite. Was ist der nachhaltigste Tipp, der dein Leben verändert hat?

Kurz zusammengefasst und auf jede Situation im Alltag übertragbar: „Be the change you want to see in the world" von Gandhi. 

Wenn du eine Sache auf der Welt verändern könntest, welche wäre das?

Die Wahrnehmung der Menschen. Nur weil Fairtrade draufsteht, endet nicht die systematische Ausbeutung der Herkunftsländer der beliebtesten Konsumprodukte. Wo Produkte hergestellt werden, macht einen kolossalen Unterschied. Wenn 20% der Konsument*innen das verinnerlichen, können wir einen erheblichen Beitrag zur Armutsbekämpfung in der Welt leisten.

Und zum Schluss: Welche Schokolade von fairafric naschst du am liebsten?

Als großer Fan von dunkler Schokolade bin ich begeistert von unserer neuen 92% Zartbitter-Schokolade. Als Liebhaber nuancierter Bitterschokolade bin ich einfach nur fasziniert von jeder Stufe des Geschmackserlebnisses; als Involvierter in der Produktion stolz auf die Farmer*innen und Mitarbeitenden in der Fabrik, was man aus ghanaischem Kakao Feines zaubern kann!

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  • Nina Brauneis