Endlich frei: Wir sagen Tschüss zu Instagram und Facebook

Endlich frei: Wir sagen Tschüss zu Instagram und Facebook

Wir wagen heute den Schritt in die Freiheit: Unsere GoodBuy-Accounts bei Instagram und Facebook gehen in den Ruhestand. Warum wir Social Media den Rücken kehren

Dieses Känguru hat uns radikalisiert Du liest Endlich frei: Wir sagen Tschüss zu Instagram und Facebook 6 Minuten

Wir wagen heute den Schritt in die Freiheit und kehren Social Media mit erhobenem Haupt den Rücken zu: Unsere GoodBuy-Accounts bei Instagram und Facebook werden heute in den Ruhestand versetzt.

Wir haben diese Kanäle über Jahre mit viel Herzblut aufgebaut. Instagram war in unseren ersten Jahren extrem wichtig, um Menschen für unsere Mission zu gewinnen. Schon seit mehreren Monaten haben wir die Netzwerke aber kaum noch bespielt: Zu viel Hass, zu viel Desinformation. Wir haben uns lieber auf unsere eigenen Kanäle konzentriert – zum Beispiel auf diesen Newsletter.

Und das mit Erfolg: Obwohl wir auf Instagram und Facebook nichts mehr gepostet haben, hatten wir keine Umsatzeinbußen. Jede*r, der oder die diesen Newsletter liest, ist ein Grund, warum wir Social Media hinter uns lassen können. Denn jede E-Mail-Adresse macht uns unabhängig von diesen Plattformen.

Wir haben diese Entscheidung lange vor uns hergeschoben. Schließlich folgen uns alleine auf Instagram 22.000 Menschen. Kann man als kleines Unternehmen diese Reichweite einfach wegwerfen?

Ich glaube, wir haben diese Entscheidung aus einem einfachen Grund viel zu lange aufgeschoben: Wir wollten nichts verlieren.

Vom Super Bowl Champion lernen
Ich bin privat ein großer Fan von American Football. Aus einem einfachen Grund: Alle 32 Mannschaften haben das gleiche Budget. Am Ende entscheidet also nicht, welches Team das meiste Geld zur Verfügung hat, sondern Taktik und Kultur. Ich habe daraus in den letzten Jahren immer wieder wertvolle Impulse gezogen. So auch letzte Woche.

Aktuell läuft die HBO-Doku Hard Knocks. Sie liefert tiefe Einblicke in das Mannschaftsgefüge des aktuellen Super-Bowl-Champions Seattle Seahawks (Transparenzhinweis: Das ist auch mein Lieblingsteam). Headcoach Mike Macdonald hat mir in einem dieser Meetings eine wertvolle Erkenntnis geliefert.

Mike Macdonald ist ein sehr junger Trainer und hat es geschafft, die Mannschaft in seiner erst zweiten Saison zum Erfolg zu führen. Für ihn selbst war ein wichtiger Schritt auf diesem Weg: Zu Beginn seiner Tätigkeit hat er oft Entscheidungen getroffen, um das Spiel nicht zu verlieren. Er war ein junger Trainer und wollte bloß keine Fehler machen.

Mitte der letzten Saison hat er das geändert. Er hat Entscheidungen fortan so getroffen, dass sie der Mannschaft halfen, das Spiel zu gewinnen. Dieser Mindshift war für ihn der Treiber des Erfolgs. Danach haben die Seahawks alle Spiele gewonnen und keines mehr verloren.

Ich glaube, wir treffen alle viel zu oft Entscheidungen, die nur verhindern sollen, dass wir etwas verlieren. Ich nehme mich davon nicht aus.

Wir haben früher oft mutige Entscheidungen getroffen: GoodBuy gründen, Crowdfunding für Good Impact, Impact Heroes entwickeln. Wir haben einfach gemacht, weil wir wussten, dass es uns weiterbringt. Diese Mentalität ist uns durch die diversen Krisen der letzten Jahre etwas abhandengekommen.

Aber seit einem Jahr ist das wieder anders. Wir haben mutige Entscheidungen getroffen und stehen jetzt besser da als je zuvor.

Wir verlieren heute zwei Kanäle, aber was wir sehen ist:

Wir gewinnen an Freiheit.
Wir gewinnen an Unabhängigkeit.
Wir gewinnen an Glaubwürdigkeit.

Wir freuen uns richtig über diese einstimmige Entscheidung des gesamten Teams. Es fühlt sich großartig an.


Wie du uns dabei unterstützen kannst
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Ansonsten natürlich die Klassiker: Erzähl von uns, hol dir ab und zu ein Geschenk oder ein tolles Produkt für dich nach Hause.

👉 Mal wieder bei GoodBuy shoppen


Vielen Dank an alle, die hier mitlesen. Ihr habt diesen Schritt möglich gemacht.

Simon Böhnlein (Geschäftsführer GoodBuy)


Unser Social Media Statement im Wortlaut

Liebe GoodBuy Fans,

vielleicht habt ihr euch schon gewundert, warum es hier so still geworden ist. Immerhin folgen uns hier über 20.000 Menschen. Und früher haben wir viel gepostet. Es ist Zeit für eine Erklärung.

Das Wichtigste zuerst: Bei uns hat sich gar nichts geändert. Den Berliner Laden gibt es noch. Den Online-Shop auch. Das Sortiment wächst. Uns geht es wirtschaftlich gut.

Aber: Wir haben keine Lust mehr auf Social Media und kehren dieser Plattform erhobenen Hauptes endgültig den Rücken.

Ich denke, vielen von euch geht es wie unserem Team: Wir haben genug von der täglichen Dosis Hass, KI-Slop und Dingen, die uns nicht guttun. Wir haben hier früher extrem viele Menschen erreicht und viele von euch haben uns hier entdeckt. Aber Social Media ist nicht mehr das Social Media von 2019.

Content mit echtem Mehrwert funktioniert heute kaum noch ohne Polarisierung.

Kleine, ehrliche Unternehmen gehen mittlerweile im Algorithmus unter.

Timelines sind voll von Hetze, KI-Müll und Propaganda.

Mark Zuckerberg kuschelt mit Trump.

Das ist keine spontane Idee. Die Erkenntnis reifte schon länger: Alles, was man sich hier aufbaut, ist nur gemietet. Der Vermieter kann jederzeit die Spielregeln ändern und du bist davon abhängig.

Wir haben schon 2023 jegliche Werbegelder bei Meta gestrichen. Seit 2024 posten wir hier kaum noch und haben uns auf unsere eigenen Kanäle konzentriert. Umsatzeinbußen hatten wir dadurch keine. Heute blicken wir der Wahrheit ins Auge: Wir sind ohne Instagram besser dran.

Ihr könnt unserer Mission weiterhin folgen. Nur nicht mehr hier.

Ihr könnt unseren Newsletter abonnieren.
Ihr könnt die Good News App nutzen.
Ihr könnt im Laden vorbeikommen oder unseren Online-Shop besuchen.

Vielleicht nutzen wir mit GoodBuy irgendwann wieder andere soziale Netzwerke, die eine menschenzentrierte Infrastruktur bereitstellen und Algorithmen nutzen, die verbinden statt spalten.

Danke, dass ihr uns bis hierher auf Instagram begleitet habt. Man sieht sich in the real world. Ohne Fake und Hass. Ohne nervige Kommentarspalten.

Euer GoodBuy Team

PS: Twitter sind damals die Werbekund*innen scharenweise wegen Desinformation und Hass weggelaufen. Wir sehen hier ehrlich kaum noch einen Unterschied zum Twitter von damals. Und trotzdem geben deutsche Unternehmen jedes Jahr über 5 Milliarden Euro bei Meta für Werbung aus. Dieses Geld wäre bei unabhängigen, guten Medien deutlich besser aufgehoben.

PPS: Wenn ihr gute Unternehmen und Organisationen unterstützten wollt, dann folgt nicht auf Social Media, sondern abonniert ihre Newsletter. Das macht sie und euch wirklich unabhängig.

1 Kommentar

Martina Müller

Eine sehr gute Entscheidung! Die immense (negative) Beeinflussung durch diese Medien ist m.M. nach nicht mehr hinnehmbar.

Eine sehr gute Entscheidung! Die immense (negative) Beeinflussung durch diese Medien ist m.M. nach nicht mehr hinnehmbar.

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