Marken, die Frauen weltweit Perspektiven geben

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Marken, die Frauen weltweit Perspektiven geben

Bild: © unsplash

Frauen stärken

Veröffentlicht am 04.05.2020 von Lea Thin


 

Sexismus, Unterdrückung, finanzielle Abhängigkeit – weltweit haben Frauen mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. In bestimmten Teilen der Erde trifft es Frauen jedoch besonders hart. Umso wichtiger, dass Frauen sich solidarisieren und gegenseitig unterstützen. Social Businesses können dabei helfen – denn Unternehmertum und Female Empowerment schließen sich nicht aus. Wir stellen euch drei Unternehmen vor, die beides vereinen.

 

Ruby Cup: Ein Social Business, bei dem Profit und Impact Hand in Hand gehen

Einwegprodukte verursachen viel Müll

Kaum etwas ist weiblicher als die Periode. Sie hat mit jährlich 590.000 Tonnen Müll durch Binden und Tampons allein in der EU nicht nur einen enormen Einfluss auf die Umwelt, sie kann Frauen auch extrem einschränken. Neben körperlichen Beschwerden ist das Thema Periode in vielen Regionen der Welt immer noch ein Tabuthema und führt dazu, dass schon jungen Mädchen eine selbstbestimmte Zukunft verwehrt wird.

 

Junge Mädchen im globalen Süden haben es besonders schwer

Soziale Tabus und unzureichende Aufklärung haben für Millionen junger Mädchen auch heute noch Verunsicherung und Ausgrenzung zur Folge. Stehen keine Hygieneprodukte zur Verfügung, bedeutet das für viele Mädchen, dass sie mit Eintritt ihrer ersten Monatsblutung die Schule nicht mehr besuchen können. Sie können nicht mehr uneingeschränkt am öffentlichen Leben teilnehmen. Häufig nutzen diese Mädchen daher unsichere und wenig effektive Materialien wie Lappen oder Papier, die ihre Gesundheit oder sogar ihr Leben gefährden.

 

RubyCup löst zwei Probleme auf einmal

Der RubyCup setzt an beiden Schnittstellen an. Durch die Menstruationstasse konnten Kundinnen bereits über 1.713 Tonnen Müll durch Periodenprodukte vermeiden – das entspricht 8,5 Blauwalen voll mit Tampons und Binden. Ruby Cup bietet mit dem Kauf der Menstruationstasse jedoch nicht nur Kundinnen eine gesunde und umweltfreundliche Alternative. Mit jedem Kauf spendet das Unternehmen eine Tasse an eine junge Frau – und damit zehn Jahre sorgenfreie Monatsblutung. Zusammen mit der Tasse veranstaltet Ruby Cup auch Bildungsworkshops. In ihnen erfahren die Mädchen, wie sie ihre Menstruationstasse benutzen und gesunde Entscheidungen für ihren Körper treffen können. So hat das Social Business schon 24.000 Frauen und Mädchen zu „Champions of Menstruation“ gemacht.

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ShaktiMat: Mehr als Fair

Neue Perspektiven durch Akupressur

Die Akupressurmatte ShaktiMat fördert nicht nur die Gesundheit ihrer Kund*innen. Die handgemachten Matten verbessern auch die Lebenssituation zahlreicher Frauen in Varanasi, Indien. In Indien ist es Frauen verboten, gemeinsam mit Männern in einer Fabrik zu arbeiten. Um ihnen finanzielle Unabhängigkeit und eine berufliche Perspektive bieten zu können, arbeitet die Gratitude Factory deshalb ausschließlich mit Frauen.

 

Die Gratitude Factory

Aktuell sind derzeit circa 80 Mitarbeiterinnen in der Fabrik beschäftigt. Anders, als in anderen Textilfabriken, arbeiten die Näherinnen von ShaktiMat unter sicheren und fairen Arbeitsbedingungen. Sie bekommen überdurchschnittliche Gehälter, haben geregelte Arbeitszeiten und bekommen jeden Tag eine kostenlose Mahlzeit. Dadurch, dass ShaktiMat für die Herstellung seiner Matten ausschließlich Frauen beschäftigt, leistet das Unternehmen einen wertvollen Beitrag zum Empowerment zahlreicher Inderinnen. Gerade in den ländlichen Gebieten Indiens werden Frauen nach wie vor unterdrückt. ShaktiMat bietet diesen Frauen nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern auch einen Rückzugsort. In der Gratitude Factory können sich die Mädchen und Frauen ungeachtet ihrer Religion oder Kaste sicher fühlen. Sie werden hier bei ihren Problemen unterstützt – etwa auch bei der Menstruationshygiene. Da viele indische Mädchen keinen Zugang zu Periodenprodukten haben, stellt die Leiterin der Factory Damenbinden bereit.

 

Faire Bezahlung reicht ShaktiMat nicht

Gleichzeitig bekommen die Frauen durch ihre Arbeit die Chance, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Ihre Gehälter sind mehr als doppelt so hoch wie in Indien üblich. So können sie nicht nur ihrem niedrigen gesellschaftlichen Status entkommen, sondern auch ihre Familien unterstützen. Mit einem Stipendienprogramm ermöglicht das Unternehmen den Töchtern ihrer Arbeiterinnen den Besuch einer englische Privatschule für ganze 18 Jahre. So können diese später ebenfalls ein gutes Leben führen. Mit einem eigenen Healthcare Fonds sorgt ShaktiMat dafür, dass nicht nur die Näherinnen selbst, sondern auch ihre kranken Familienmitglieder eine medizinische Behandlung erhalten. Die Gratitude Factory, in der die ShaktiMat hergestellt wird, ist also viel mehr als nur eine Arbeitsstätte. Sie ist auch ein Ort, an dem die Frauen gegenseitig Respekt und Anerkennung erfahren.

 

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EYD: Humanitäre Mode

Die Modeindustrie hat ein Problem

Die Textilbranche hat weit mehr als nur ein Imageproblem. Mehr als 90 Prozent der in Deutschland verkauften Kleidung stammt aus Asien, allen voran aus China, Bangladesch oder Indien. Die für die Kleidung eingesetzten Farben und Materialien schaden den Näherinnen in den asiatischen Textilfabriken enorm. Die giftigen Stoffe gefährden die eigene und die Gesundheit eines ganzen Landes. So gelten beispielsweise mehr als zwei Drittel aller chinesischen Flüsse und Seen als verschmutzt, nicht zuletzt weil die Schadstoffe aus den Fabriken ungeklärt abgeleitet werden. Am Ende landen sie im Trinkwasser und Essen der Bevölkerung.

 

Das wichtigste Glied: Die Näherin

Wer stylisch sein will, muss aber dennoch nicht auf Mode verzichten. Unternehmen wie EYD tragen mit ihrer nachhaltigen Mode dazu bei, dass die Umwelt geschont und Konsumentinnen genauso mode- wie gesundheitsbewusst durch ihren Alltag kommen. EYD denkt bei den Auswirkungen seiner Produktion die gesamte Lieferkette mit. Denn am Anfang jeder Bluse, jedes Crop-Tops und jeder Boyfriend-Jeans steht eine Näherin, die nicht selten unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen für unsere westlichen Konsumdrang schuften muss. Miserable Bezahlung, Gewalt, sexuelle Belästigung und Kinderarbeit stehen an der Tagesordnung. Für zehn bis zwölf Stunden Arbeit am Tag gibt es in Bangladesh gerade einmal einen Mindestlohn von umgerechnet 9,50 Euro.

Nicht so bei EYD. Um sicherzugehen, dass es ihren Näherinnen gut geht, arbeitet die nachhaltige Modemarke mit der Werkstatt CHAIIM zusammen.

 

Nährwerkstatt statt Zwangsprostitution

Die Partnerwerkstatt eröffnet Frauen, die aus der Zwangsprostitution befreit wurden, eine neue Perspektive und ermöglicht ihnen ein selbstbestimmtes Leben. Besonders schön: Um die Arbeit ihrer Näherinnen zu würdigen, befindet sich in jedem Kleidungsstück von EYD der Stempelabdruck einer Näherin, die an dem Kleidungsstück beteiligt war. Auf diese Weise können sie ihre einzigartigen Lebensgeschichten in die Welt hinaustragen.

 

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