Bittersüße Schokolade

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Bittersüße Schokolade

Bild: © Unsplash

Bittersüße Schokolade

Veröffentlicht am 27.10.2021 von Lara Hohmuth


„Schokoladen-Tarte oder Brownie?“ Während ich mit meinen Freund:innen bestens über Schokolade diskutieren kann, vergessen wir schnell den bittersüßen Beigeschmack des Genussmittels. Kakao, der Rohstoff, aus dem Schokolade hergestellt wird, ist historisch eng mit Versklavung und Kolonialismus verknüpft.

Die Kakaopflanze ist in Europa nicht heimisch. Daher wurde Land in Afrika und Teilen Südamerikas für den Anbau gewaltsam enteignet. In einem von Deutschen kolonialisierten Gebiet, dem heutigen Kamerun, wurde 1855 die erste Kakaoplantage errichtet. Die dort lebenden Menschen wurden versklavt.

Neben dem Missstand, dass dieser grausame Teil der deutschen Geschichte unzulänglich aufgearbeitet wird, setzen sich die Auswirkungen der Kolonialisierung bis heute fort.

In Westafrika wird 70 Prozent des weltweiten Kakaos angebaut, aber nur ein Prozent der Schokolade produziert. Im Globalen Norden verdienen wenige Akteure viel Geld mit dem fertigen Endprodukt. Der globale Umsatz mit Schokolade liegt bei 100 Milliarden Euro. Westafrika nimmt davon gerade mal fünf Prozent ein. Das koloniale Erbe ermöglicht es Europa, 90-mal so viel Umsatz mit Kakao zu machen wie das Ursprungsland. Während die Westafrikaner:innen, die Kakao anbauen, unter dem Existenzminimum leben und ihre Kinder gezwungenermaßen arbeiten lassen, entstehen laut der Weltbank für jeden Arbeitsplatz in der Weiterverarbeitung von Agrarrohstoffen 2,8 Arbeitsplätze in Zulieferbetrieben.

Das deutsch-ghanaische Social Business fairafric antwortet auf diese Ungerechtigkeit mit Teilhabe. Seine Schokolade wird vom Kakaobaum bis zur fertig verpackten Tafel in Ghana hergestellt. Den Kleinbäuer:innen zahlt fairafric die höchste Kakao-Prämie Westafrikas, 600 US-Dollar pro Tonne. Neben den 1.600 Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft werden auch Arbeitsplätze in der Produktion, Logistik und Qualitätskontrolle geschaffen, die das lokale Einkommen steigern. „Es gibt jetzt noch nie dagewesene Berufsmöglichkeiten für unsere Kinder. Außerdem ist es ein richtiges Erfolgserlebnis für mich, meinen Kakao hier vor Ort weiterverarbeiten zu lassen“, sagt Mavis Oppong, Landwirtin für Biokakao.

 

 

Um seine Mitarbeitenden sozial abzusichern, verspricht Fairafric einen kostenlosen Arbeitsweg, gratis Gesundheitsversorgung und eine Betriebsrente.

 

Wir von GoodBuy haben es uns zur Aufgabe gemacht, dass guter Konsum die Welt ein bisschen besser macht, und freuen uns, die leckere Schokolade von fairafric in unserem Sortiment zu haben.

Dieser Artikel erschien zuerst im enorm Magazin (Tschüss, Kolonialismus). enorm ist Teil unserer Good Family und erscheint 6-mal jährlich als gedrucktes Heft und täglich online. Das Print-Abo gibt es ab 30,- Euro/Jahr. Für alle, die sich ein Abo nicht leisten können, gibt es ein kostenfreies Abo-Kontingent.

 

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