5 Fragen an 4peoplewhocare

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5 Fragen an 4peoplewhocare

Bild: © 4peoplewhocare

4peoplewhocare

Veröffentlicht am 03.02.2021 von Linda Schleier


Handcreme, die Blumenwiesen anstatt Plastikmüll produziert - wie kommt ihr auf diese Idee? Das haben wir Benno Hinrichsmeyer gefragt, der gemeinsam mit seinem Bruder und zwei Freunden die Naturkosmetikmarke 4peoplewhocare gegründet hat. Warum ihre Cremes ein Daumenschmaus sind und wie das junge Unternehmen entstanden ist, erfahrt ihr im Interview.

Warum ist eure Handcreme ein echter Daumenschmaus und was hat es mit den Blumenwiesen auf sich?

Ich bin leidenschaftlicher Kletterer und Routenbauer und hab deshalb immer raue und rissige Hände. Mich hat genervt, dass es nur Creme in Plastiktuben gibt und keine ist wirklich nachhaltig. Schlussendlich habe ich einfach selber eine Handcreme entwickelt mit meiner Vision: Gute Produkte im Einklang mit der Natur zu entwickeln. Zu viele Dinge werden auf Kosten der Natur hergestellt und ich wollte zeigen, dass es auch anders geht. Das ist nämlich gar nicht so schwer! Ich wundere mich immer auf was für wirre Ideen andere Firmen kommen, wenn ich mir die Inhaltsstoffe von Produkten durchlese. Da ist scheinbar viel Phantasie dabei.

Mit Daumenschmaus machen wir keinen Schnick-schnack auf Erdölbasis, Wasser oder Chemie in der Creme, die wir hinter langen INCI-Listen verstecken. Bei uns steht drauf, was drin ist - und das in Klartext. Die Creme hält ewig, ist sehr gut dosierbar und läuft nicht aus. Wir kennen unsere norddeutschen Bio-ImkerInnen persönlich und produzieren alles selber in unserer Manufaktur in Hamburg - weil uns das viel Spaß macht! Wir verwenden Bio-Rohstoffe und auch bei der Verpackung machen wir keine Abstriche. Weißblech ist super recycelbar und unsere Tüten sind heimkompostierbar.

Am meisten sind wir jedoch auf unseren Impact bedacht. Drei Quadratmeter Blühwiese werden pro Produkt bei unseren Kooperationen wo auch die Bienen das Wachs sammeln, geschaffen. Umgerechnet sind das 1€ pro Creme.

Ich wundere mich immer auf was für wirre Ideen andere Firmen kommen, wenn ich mir die Inhaltsstoffe von Produkten durchlese. Da ist scheinbar viel Phantasie dabei.

Benno Hinrichsmeyer

Euch gibt es erst seit 1,5 Jahren, welchen Herausforderungen standet ihr bei der Gründung gegenüber?

Bisher war das alles sehr spannend, zu Beginn haben wir eine Testcreme in meinem alten Kinderzimmer hergestellt. Damit sind wir zu einem Wettbewerb für Social Entrepreneure in Kiel gegangen und jetzt haben wir ein Unternehmen mit Produktionslabor in Hamburg.

Für mich ist das immer noch nicht ganz greifbar und es gab natürlich einige Herausforderungen, aber auch ebenso viel Hilfe. Wir wussten zu Beginn zum Beispiel gar nicht, was die rechtlichen Voraussetzungen im Kosmetikbereich sind, von Zahlen hatten wir auch wenig Ahnung und noch weniger Lust darauf. Nur einer von uns kannte sich etwas im Vertrieb aus und keiner wusste, wie man eine Webseite aufbaut und pflegt. Turns out: Alles kein Hexenwerk, etwas Mut, Pragmatismus und Ehrlichkeit hilft. Neben solchen größeren Hürden kamen aber auch immer kleine Probleme dazu. Und glaubt mir: Die kleinen Probleme, das sind die, die mich kirre machen. Wenn der Drucker mal nicht will, auf einmal keine Mails mehr ankommen…

 

Wir haben alleine in unserem ersten Jahr mit mehr als 20.000 € über 60.000 qm Blühwiese geschaffen.

Benno Hinrichsmeyer

Gibt es denn auch schon erste Erfolge zu verzeichnen? Und wovon träumt ihr in Zukunft?

Wir haben alleine in unserem ersten Jahr mit mehr als 20.000 € über 60.000 qm Blühwiese geschaffen. Am Ende desselben Jahres konnten wir uns schlussendlich auch alle selber ein erstes Gehalt zahlen, das für unsere WG-Zimmer, Essen und Kurzurlaub genügt.

Unser aller Plan ist, dass wir uns unseren sinnvollen Arbeitsplatz selber schaffen und davon leben können. Danach stehen als nächstes definitiv eine Dusche im Büro auf dem Plan und ein Kaffeeabonnement bei Coffee Circle mit vielleicht mal einer Siebträgermaschine. Aber natürlich denken wir auch an neue tolle Produkte und an einen geregelteren Tagesablauf ohne Wochenendschichten, als es im ersten verrückten Jahr war.

Benno, was ist der nachhaltigste Tipp, der dein Leben verändert hat?

Der Spruch „Jeder Kassenbon ist ein Stimmzettel!“ bringt es für mich auf den Punkt.

Sich dessen bewusst zu sein ist schon die halbe Miete.

 

Wenn du eine Sache auf der Welt verändern könntest, welche wäre das?

Ich würde mir weltweit kostenfreien und barrierefreien Zugang zu Bildung wünschen. Das ist für mich der Schlüssel und die Lösung vieler Probleme. Es würden weniger Idiotien gewählt, es gäbe mehr Empathie, es gäbe weniger Rassismus und die Leute müssten nicht mehr jeden Job machen, wodurch nervige Jobs besser bezahlt werden müssten.

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