1 Jahr GoodBuy - Wo kam das auf einmal her?

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1 Jahr GoodBuy - Wo kam das auf einmal her?

Bild: © GoodBuy

1 Jahr GoodBuy - Wo kam das auf einmal her?

Veröffentlicht am 30.10.2020 von Simon Böhnlein


Am 5. November hat GoodBuy Geburtstag! An diesem Tag haben wir 2019 zusammen mit 15 GoodBrands und unserer Good Family unseren Store in Berlin-Friedrichshain eröffnet. Wie es dazu gekommen ist? Diese Frage bekommen wir oft gestellt und sie wird bisher in keinem Podcast oder Interview ausführlich beantwortet.

Hier also, exklusiv für euch, ein kleiner Rückblick von mir: Simon, Mitgründer von GoodBuy.

Hau mir ab mit E-Commerce

Hätte mir 2017 jemand gesagt, dass ich einmal etwas gründen werde, hätte ich vermutlich nur mit dem Kopf geschüttelt. Hätte mir jemand gesagt, dass ich einen Online-Shop gründen würde, hätte ich ihn vermutlich lauthals ausgelacht. Konsum passte so gar nicht zu mir. Höchstens ein Good Späti mit (Good) Bier hätte vielleicht zu mir gepasst.

 

Aber auch wenn ich mit E-Commerce absolut nichts zu tun hatte, war ich seit langem Fan von Marken wie soulbottles, Über den Tellerrand kochen oder Quartiermeister. Diese kannte ich noch aus meiner Zeit bei einer Berliner Gründungswerkstatt für Sozialunternehmen. Sie wollten Konsum anders denken, lösungsorientiert denken. Damals wusste ich nicht, ob es davon noch mehr gab. Und wenn ja, wo danach suchen?

Eine Idee war geboren

Frustrierende Monate auf Jobsuche nach meinem Masterabschluss spülten mich im Sommer 2017 zu GoodJobs. Endlich anpacken! Damals saßen wir zu fünft auf Klappstühlen, jede*r mit eigenem Rechner. Heute hat GoodJobs über 25 Mitarbeiter*innen und 2020 schon über eine Millionen Besucher*innen auf der Plattform.

 

Nach ein paar Wochen als Praktikant kam unser Business Angel Peter mit einer Frage auf mich zu: “Wir machen hier Jobs mit Sinn, geht auch Konsum mit Sinn?“ Hm, klingt schwierig. Doch dann dachte ich an all die guten Marken, die ich schon kannte und für die es noch keine Plattform gab. Warum eigentlich nicht? Laptop an, Recherche-Time! Aber wonach googlen? Gar nicht so einfach. Ein paar Stunden später waren die ersten Marken zusammengetragen. Einen Tag später stellte ich Peter die Idee vor. Ich mach es kurz: Peter war begeistert und wir starteten das Projekt GoodBuy!

Auf zu neuen Ufern

Anfang 2018 begannen wir mit Juliane, die auch heute noch bei GoodBuy alles am Laufen hält, das Projekt umzusetzen. Dafür nutzten wir unsere Good Family und verkauften innerhalb des Shops des enorm Magazins “Produkte mit Sinn”. Die ersten Brands waren schnell gefunden und los ging die wilde Fahrt. Wir mussten nämlich noch viel lernen! Wie funktioniert das dann eigentlich mit den Bestellungen? Was ist eigentlich netto, was ist brutto? Wo gilt welche Mehrwertsteuer? Fragen über Fragen, aber auch wichtige Antworten. Dann stand Weihnachten 2018 vor der Tür. Und unser Shop explodierte. Juliane und ich – eigentlich auf Teilzeit im Projekt – hatten plötzlich genug Arbeit für vier Vollzeitstellen. Das zeigte uns vor allem eins: Die Idee kommt an!

Let's do GoodBuy!

Nach der erfolgreichen Prototypphase reifte in unserer Good Family mehr und mehr die Idee: Neben GoodJobs, Good News, Good Travel und dem enorm Magazin braucht es GoodBuy! Und so setzten wir uns an Business-Pläne, besuchten andere Shops und fragten uns, wie man das alles wohl umsetzen könnte.

Im Sommer 2019 fiel die finale Entscheidung: Wir machen GoodBuy! Wir packen und verschicken unsere Pakete selbst! Und wenn wir selber verschicken, können wir gleich einen Laden mieten und dort Pakete packen und verschicken! Und wenn wir schon Pakete verschicken, dann gefälligst klimapositiv. Kann ja nicht so schwer sein.

Schwer war es nicht, aber viel. Und doch fügte sich 2019 alles wie ein Puzzleteil ins nächste: Onlineshop aufsetzen, unsere GoodBrands überzeugen, eine Fläche in Berlin suchen und finden, und vieles mehr. Alles zeitgleich - alles innerhalb von ein paar Monaten. Zum Teil war es Erfahrung, zum Teil Naivität. Manchmal auch Glück, aber das ist ja bekanntlich mit den Tüchtigen.

Zum Teil war es Erfahrung, zum Teil Naivität. Manchmal auch Glück, aber das ist ja bekanntlich mit den Tüchtigen.

Simon Böhnlein

Nach fest kommt ab

Ende September durften wir endlich unser neues Zuhause in der Gärtnerstraße in Berlin-Friedrichshain beziehen. Mit dem Einzug kamen die Handwerker-Jokes und ein Team. Zuvor waren Juliane und ich immer zu zweit im operativen Team - jetzt waren wir auf einmal fünf Personen plus diverse Aushilfen aus unserer Good Family. Während die einen am Onlineshop bastelten, schraubten & sägten die anderen. Nach Wochen voller Spätschichten mit Kappsägen, Bohrern und ähnlichem Gerät, war es soweit: Pünktlich am 5. November war tatsächlich alles fertig (und wir auch). Neben dem umwerfenden Ergebnis, war diese Phase vor allem eines: Teambuilding im wahrsten Sinne des Wortes.

Let's party

Am 5. November 2019 öffnete unser GoodBuy Store seine Pforten und am Abend feierten wir unsere Eröffnung. Der Abend wirkt auch ein Jahr später noch nach. Das ganze Team war und ist wie beseelt von dieser Feier. Über 15 GoodBrands sind zum Event gekommen und haben ihre Mission gepitcht. Alles hatte funktioniert. Die Mission-Statements der Marken wurden tatsächlich sehr interessiert gelesen. Die Einrichtung kam super an. Alle waren begeistert.

Außerdem konnten wir stolz einigen Kolleg*innen aus der Good Family sowie zahlreichen Freund*innen des Teams das Ergebnis unserer Arbeit präsentieren. Bis spät in die Nacht haben wir zusammen getrunken, gelacht und auf die letzten aufregenden Monate zurückgeblickt. An diesem Abend wurde auch etwas anderes klar: Hier entsteht gerade etwas einmaliges!

 

>> Wie es nach unserem Geburtstag weiterging, erfährst du hier.

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